Space Designer 3D wird 16: Ein Rückblick auf fünf Versionen
Im Mai 2026 wird Space Designer 3D 16 Jahre alt. Ein Rückblick darauf, wie sich die Plattform entwickelt hat, vom ersten Raum, der je im Webbrowser gezeichnet wurde, bis zur heutigen Version mit KI-Unterstützung und Multi-Device-Nutzung.
Im Mai 2026 wird Space Designer 3D, die Online-Software für 3D-Grundrisse, 16 Jahre alt. Die Plattform wurde im Mai 2010 von Asynth gestartet, dem Unternehmen, das ein Jahr zuvor in Paris von zwei Architekten, Isabelle Tristrant und Baris Saricoglu, gegründet wurde und heute in Aix-en-Provence ansässig ist. Die ursprüngliche Vision war klar: Architektur demokratisieren, indem diese Werkzeuge aus dem geschlossenen Kreis professioneller Software herausgeholt werden. Eine mutige Wette zu einer Zeit, in der 3D im einfachen Webbrowser noch weitgehend experimentell war. Space Designer 3D zählte zu den frühen Pionieren, zusammen mit einer Handvoll Anbieter wie Dragonfly von Autodesk (später umbenannt in Homestyler). Fünf Hauptversionen später dient das Werkzeug Privatpersonen, Architekten, Bauunternehmen, Innenarchitekten, Immobilienmaklern, Immobiliengutachtern, Eventprofis, Herstellern von Küchen, Bädern und Möbeln nach Maß sowie vielen weiteren Branchen auf der ganzen Welt. Wie diese Branchen die Plattform konkret nutzen, zeigt der Abschnitt Anwendungsfälle nach Branche. Dieses Jubiläum ist eine gute Gelegenheit, auf die Meilensteine zurückzublicken, die die Plattform geprägt haben.

Version 1, 2010: ein Raum, ein Browser, eine erste Wette
Die ersten Builds von Space Designer 3D entstanden in einer frühen Zusammenarbeit mit AV Planners, einem in Kalifornien ansässigen Unternehmen, das auf audiovisuelle Ausstattung für Büros, Gesundheitseinrichtungen, Schulen und Studios spezialisiert ist. Diese erste Partnerschaft brachte die Plattform auf einen sehr konkreten Bedarf: Raumplanern zu ermöglichen, einen Raum samt Mobiliar schnell zu visualisieren, online und ohne Installationsaufwand.
Version 1 löste dieses Versprechen ein, im Rahmen der damaligen technischen Möglichkeiten. Es konnte jeweils nur ein Raum gezeichnet werden, und die 3D-Szene lud asynchron, während der Browser das Ergebnis aufbereitete. Die Web-3D-Fähigkeiten steckten damals noch in den Kinderschuhen, und einen kompletten Raum mit Möbeln und Texturen innerhalb einer Webseite darzustellen, war bereits eine Leistung für sich.
Die Resonanz kam sofort, in Frankreich und im Ausland. 01net Magazine, Micro Hebdo und Presse-Citron berichteten in Frankreich über den Launch. In Brasilien hielt das Download-Portal Baixaki das Werkzeug wochenlang auf der Titelseite seiner News-Rubrik und verschaffte der Plattform damit ihre erste internationale Community.


Version 2, 2013: Mehrraumplanung und VR-Unterstützung
Drei Jahre später machten Fortschritte in den Webbrowsern eine grundlegende Überarbeitung möglich. Version 2 führte die Mehrraumplanung ein: Es ließ sich nun ein ganzes Haus zeichnen, nicht nur ein einzelnes Schlaf- oder Wohnzimmer. Das Release brachte einen deutlichen Sprung in der 3D-Qualität und im Umgang mit Licht und außerdem VR-Kompatibilität mit Oculus VR im Jahr 2014 (heute Meta Quest), sodass Nutzer ihre Projekte in immersiver VR durchschreiten konnten, was insbesondere von Bauträgern für Einfamilienhäuser in Showrooms aufgegriffen wurde. Der 3D-Objektkatalog wuchs ebenfalls erheblich: von rund hundert Referenzen in V1 auf über 500 in V2.

Version 3, 2017: Exporte, Echtzeit-Sonnenstand und eine fotorealistische Render-Engine
Mit Version 3 öffnete sich das Werkzeug. Anwender konnten ihre Projekte nun als Bilder und Grundrisse exportieren und plattformübergreifend arbeiten (Desktop, Tablet, Mobilgerät zur Ansicht). Farb- und Materialanpassungen an den Möbeln wurden möglich und erweiterten die Reichweite der Plattform auf Hersteller und Händler, die ihre Kataloge zur Online-Konfiguration bereitstellen wollten.
Ein weiterer Meilenstein dieser Version war die Echtzeitsimulation des Sonnenstands. Durch das Einstellen von Zeitzone, Jahreszeit, Datum und Uhrzeit konnten Nutzer beobachten, wie sich das Licht durch die Innenräume bewegt und wie die Schatten draußen fallen. Für eine Architektin oder einen Innenarchitekten wird das zu einer echten Planungshilfe: wo eine Fensterfront platziert wird, wie eine Terrasse ausgerichtet wird, wie sich Vollraum und Leerraum, Opazität und Transparenz austarieren lassen.
Version 3 brachte außerdem die erste integrierte fotorealistische Render-Engine der Plattform. Die Tageslichtsimulation wurde präzise genug, um eine getreue Vorschau eines fertigen Projekts zu liefern, ohne dass externe Software nötig war. Ein Kategoriewechsel: Space Designer 3D war nicht länger nur ein Zeichenwerkzeug, sondern auch ein Präsentationswerkzeug.

Version 4, 2019: Interoperabilität und internationale Anerkennung
Mit Version 4 vollzog sich eine klare Hinwendung zu professionellen Arbeitsabläufen. Grundrissimport und Export nach BIM, IFC und DXF ermöglichten es, Space Designer 3D in etablierte Planungs-Pipelines einzubinden, neben den Werkzeugen, die in Ingenieurbüros und Architekturpraxen im Einsatz sind. Die fotorealistische Render-Engine wurde stabiler und qualitativ hochwertiger, und die Plattform überschritt eine neue Größenordnung: Auch große Grundrisse mit Hunderten von 3D-Objekten ließen sich nun online handhaben, eine technische Hürde, die für ein rein webbasiertes Werkzeug lange Bestand hatte.

Drei Jahre nach dem Launch von V4, im Jahr 2022, wurde Asynth, Herausgeber von Space Designer 3D, mehrere Jahre in Folge in den internationalen Research-and-Markets-Report zu Innenarchitektur-Software aufgenommen, unter den zehn führenden Anbietern des Marktes. Der Report stellte Space Designer 3D neben die beiden Giganten des technischen Zeichnens und der Architektur: Autodesk (Vereinigte Staaten), Herausgeber von AutoCAD, 3ds Max, Revit, Inventor und Homestyler, sowie Dassault Systèmes (Frankreich), Herausgeber von CATIA und Homebyme. Eine bedeutsame Anerkennung für ein Team, das bewusst klein geblieben ist.
Version 5, 2024: Tablet, Offline-Modus und erste KI-Werkzeuge
Version 5 reagierte auf einen Wandel in den Nutzungsgewohnheiten sowohl professioneller als auch privater Anwender: Mobilität. Der Editor wurde kompatibel mit iPad und Microsoft Surface Tablets und bekam einen Offline-Modus mit automatischer Projektsynchronisation, sobald wieder eine Verbindung besteht. In der Praxis lassen sich Aufmaße vor Ort mit einem Tablet aufnehmen und das Projekt anschließend am Desktop fortsetzen, um die Zeichnung und die 3D-Arbeit abzuschließen.
In dieser Version begann auch die Integration von KI-Werkzeugen. AI Image Boost verwandelt Renderings und 3D-Snapshots in der Nachbearbeitung in fotorealistische Bilder. AI Floor Plan Detection, die automatisch die Struktur eines importierten Plans erkennt, befindet sich in der Finalisierung und ist Teil einer breiteren Familie von KI-Werkzeugen, die für die kommenden Monate vorgesehen sind.

Und 2026 eine neue Website zu diesem Jubiläum 🎉
Zum 16. Geburtstag bekommt Space Designer 3D eine neue Website, die in diesem Monat online geht, zeitgleich mit dem 17. Geburtstag von Asynth. Das Redesign macht das Angebot übersichtlicher, eröffnet eigene Seiten für die verschiedenen Nutzerprofile (Privat, Teams, Business, Bildung) und stellt die Branchenanwendungsfälle der Plattform klarer dar. Die Seite Features wird im Laufe der Zeit mit neuen Releases angereichert.
Auch das Dashboard zur Projektverwaltung wurde neu aufgebaut, um einen klareren Überblick über laufende Pläne, deren Status und deren Versionen zu geben. Und eine seit Langem gewünschte Funktion erscheint zugleich: die Möglichkeit, ein Abonnement zu pausieren, etwa in einer Phase der Inaktivität, statt es kündigen zu müssen. Eine flexiblere Lösung für punktuelle Projekte.
Weitere Funktionen sind in Vorbereitung, insbesondere im Bereich KI und in der Interoperabilität mit branchenüblichen Arbeitsabläufen. Die Roadmap wird in den kommenden Release Notes im Detail beschrieben. Vorerst möchte das Team vor allem den Nutzern danken, die die Plattform in den vergangenen sechzehn Jahren begleitet und mitgestaltet haben.
Asynth und Space Designer 3D entdecken
Häufig gestellte Fragen
Was steht für Space Designer 3D als Nächstes an?
Mehrere Projekte sind in der Pipeline, vor allem rund um KI-Werkzeuge. AI Floor Plan Detection (automatische Erkennung der Struktur eines importierten Plans) befindet sich in der Finalisierung, und zusätzliche KI-gestützte Zeichenhilfen werden geprüft, um die Planungsphase zu beschleunigen.
Welche Dateiformate lassen sich mit Space Designer 3D importieren oder exportieren?
Seit Version 4 (2019) unterstützt Space Designer 3D den Grundrissimport und den Export nach BIM, IFC und DXF, zusätzlich zu den Bild- und Grundrissexporten, die in Version 3 eingeführt wurden. Diese Interoperabilität erlaubt es, die Plattform in die Arbeitsabläufe von Ingenieurbüros und Architekturpraxen einzubinden.
Lässt sich Space Designer 3D auf einem Tablet oder offline verwenden?
Ja. Seit Version 5 ist Space Designer 3D kompatibel mit iPad und Microsoft Surface Tablets und bietet einen Offline-Modus mit automatischer Projektsynchronisation, sobald wieder eine Verbindung besteht. Aufmaße lassen sich vor Ort mit einem Tablet aufnehmen, und das Projekt kann anschließend am Desktop fortgesetzt werden, um die Zeichnung und die 3D-Arbeit abzuschließen.
Wie bleibe ich über Neuerungen in Space Designer 3D auf dem Laufenden?
Neue Funktionen werden laufend ausgeliefert und auf der Seite Release Notes dokumentiert. Größere Ankündigungen und Kundengeschichten erscheinen in diesem Blog.
Welche Lösungen bietet Space Designer 3D für Teams und Unternehmen?
Space Designer 3D bietet zwei dedizierte B2B-Tarife. Der Tarif Business richtet sich an Teams, die an gemeinsamen Projekten zusammenarbeiten möchten, mit Rollenverwaltung und einem individuellen Produktkatalog. Der Tarif Enterprise ermöglicht es einem Netzwerk oder einem Herausgeber, die SD3D-Technologie in seine eigene Customer Journey einzubinden, auf seiner eigenen Domain und unter seiner eigenen Marke. Genau dieser Tarif hat es unter anderem Diagamter ermöglicht, DiagPlan zu starten, seinen in die Immobilienbegutachtung integrierten 3D-Grundrissdienst.
Quellen
- Pressestimmen zum Launch von Version 1 (2010-2011):
- Presse-Citron, „Space Designer 3D, une application web d'aménagement intérieur 3D simple et gratuite", Juni 2010 (Wayback-Machine-Archiv, auf Französisch).
- Micro Hebdo, Sonderausgabe Nr. 64, September 2011, Seiten 64-65 (PDF, auf Französisch).
- 01net, Eintrag zu Space Designer 3D, 2010 (Originalseite, weiterhin online, auf Französisch).
- Baixaki (brasilianisches Download-Portal, auf Portugiesisch): Die Berichterstattung auf der Titelseite hielt sich beim V1-Launch über mehrere Wochen.
- Research and Markets, „Interior Design Software Market", Ausgabe 2022 und folgende.
- Über uns, Website von Space Designer 3D.
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